First-class trip
- m-mancarella
- 21. Mai 2025
- 4 Min. Lesezeit
Nach langer Zeit war endlich wieder klasse Fussball auf der Allmend zu sehen.

Die Löwen zeigten sich mal wieder von ihrer besten Seite. Leider tritt dieses Phänomen nur dann auf, wenn der Gegner entsprechend bekannt und stark ist.
„Hoffentlich bleibt diese Leistung nicht nur eine einmalige Ausnahme."
Der SC Steinhausen A – aktueller Tabellenführer – ist ein Team, das sehr kompakt und stabil auftritt und den ersten Platz absolut verdient hat.
Nach dem Schlamassel in Root wurden drei Viertel der Spieler auch für dieses Spiel aufgeboten. Rein theoretisch hätte ein weiteres Debakel vorprogrammiert sein können.Doch nach einer sehr guten Trainingswoche war ein kleiner Hoffnungsschimmer zu erkennen.
Zum Spiel:
Die Gäste betraten das Spielfeld mit spürbarer Lässigkeit – fast so, als würden sie die Löwen unterschätzen. Angesichts der bisherigen Rückrunde, in der die Luzerner noch keinen Sieg verbuchen konnten und zuletzt eine deutliche Niederlage gegen das Tabellenschlusslicht hinnehmen mussten, vielleicht nachvollziehbar.
Die Löwen hingegen wirkten wie verwandelt, als hätten sie einen Zaubertrank à la Asterix zu sich genommen.
Die Vorbereitung in der Kabine war so fokussiert und professionell wie selten zuvor. Das Aufwärmen wurde mit einer Intensität und Konzentration durchgeführt, die man sonst nur aus Finalspielen kennt. Die klaren Worte des Trainerteams in der Vorwoche hatten offenbar Wirkung gezeigt – mit der Hoffnung, dass sie sich nun dauerhaft im Kopf der Spieler verankert haben.
Das Spiel begann ausgeglichen. Beide Mannschaften versuchten, mit strukturierten Spielzügen Chancen zu kreieren. Die Löwen überzeugten durch Präzision, Aggressivität in den Zweikämpfen und eine hochstehende Verteidigungslinie, die die Gäste zu langen Bällen auf die Aussenläufer zwang. Die Luzerner wirkten ideenreicher – vielleicht auch, weil die Gäste mit der Angst vor einer Blamage im Hinterkopf agierten.
Wie so oft in letzter Zeit war das Glück – in Gestalt des Schiedsrichters – nicht auf Seiten der Löwen. In der 15. Minute wurde ein klarer Elfmeter nicht gegeben: Unser Flügelspieler mit der Nummer 23 wurde im Strafraum vom gegnerischen Torwart getroffen, nachdem er den Ball deutlich zuerst berührt und beinahe unter Kontrolle gebracht hatte.
Und wie es der Fussball schreibt: Nur fünf Minuten später fiel das Tor für die Gäste, mitten in der stärksten Phase der Löwen. Nach einem Freistoss wurde der Steinhausener Stürmer im Strafraum sträflich allein gelassen. Er nahm den Ball auf Höhe des Elfmeterpunkts mit der Brust an und versenkte ihn per Volleyschuss sehenswert im linken Lattenkreuz.
Die Luzerner liessen sich davon nicht beirren. Kompakt, geschlossen und mit viel Herz spielten sie weiter und zeigten bis zur Pause den etwas besseren Fussball. Klare Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware, doch die Löwen waren im Abschluss präsenter.
Nach der Pause kamen die Löwen mit Feuer in den Augen zurück. Auch wenn nur leicht überlegen, waren sie das aktivere Team, doch das Lächeln trugen noch die Gäste. Der Wille, das Spiel zu drehen, war jedoch spürbar.
Die zweite Halbzeit verlief ähnlich wie die erste: Die Löwen dominierten knapp, erspielten sich zwei klare Torchancen, die jedoch ungenutzt blieben. Der Kampf um jeden Ball war intensiv, und die Gäste zogen sich zunehmend zurück. Die Angst vor dem Ausgleich wuchs, das 0:1 sollte nun mit aller Kraft verteidigt werden.
In der 70. Minute war es dann endlich so weit: Unsere Nummer 20 zirkelte einen Freistoss aus rund 20 Metern direkt ins Netz, der verdiente Ausgleich.
Dieser Treffer wirkte wie eine Befreiung. Die Löwen spielten nun befreit auf, als wären alle dunklen Wolken der vergangenen Monate verflogen. Die Gäste fanden keine Antwort mehr, und die Luzerner erzielten verdient den Führungstreffer.
Und jetzt fragt ihr euch sicher: Was fehlt an dieser Geschichte?
Natürlich wie es die Tradition will, gab es in der 90. Minute noch einen Elfmeter für die Gäste. Steinhausen warf in den letzten zehn Minuten alles nach vorne. Doch mit etwas mehr Cleverness in der Schlussphase hätte dieser Strafstoss wohl vermieden werden können. Nach einem Einwurf, etwa 20 Meter vor dem Tor, wurde der gegnerische Stürmer erneut völlig frei im Strafraum angespielt. Der Zweikampf kam zu spät, das Foul war da – und wie schon in den letzten beiden Spielen: ein äusserst grosszügig gegebener Elfmeter.
Fazit:
Hätten die Löwen die gesamte Rückrunde mit dieser Leidenschaft und Disziplin bestritten, stünde einer Aufstiegsparty am 14. Juni nichts im Wege.
Doch da dieses Spiel bereits als Auftakt zur Vorbereitung auf die Saison 2025/26 gilt, überwiegt das Positive und die Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft ist mehr als berechtigt.
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Aufstellung 4-4-1-1
Trainer; Mancarella M. / Coach; Bonavita
#1 Henggeler
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#24 Luis Pedrajas (45`#17 Ferraro)
#32 Zivanovic
#25 Coelho Lopes
#14 Colazzo (60`#24 Luis Pedrajas)
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#23 Mitolo (45`#67 Azevedo Natale) (71`#92 Sorrentino)
#21 Kauffmann (80`#5 Sinnathurai)
#22 Sanchez Oliva (87`#20 Berisha)
#20 Berisha (71`#23 Mitolo)
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#99 Pepe (c)
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#67 Azevedo Natale (30`#12 Cubero) (80`#11 Geisser)
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Tore:
20` 0-1 SC Steinhausen a
70` 1-1 #20 Berisha (Freistoss)
73` 2-1 #12 Cubero (#22 Sanchez Oliva)
90` 2-2 SC Steinhausen a (Penalty)
Karten:
76` Gelb; #22 Sanchez Oliva
79` Gelb; #24 Luis Pedrajas
80` Gelb; SC Steinhausen a
83` Gelb; SC Steinhausen a
Man of the Match:
#99 Pepe

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